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Schatzkarte  
Schatzkarte

Der Lageplan des vergrabenen Schatzes ist zugleich Konstruktionsskizze seines Spürbots (Detektor).

Könnte was für Machtin sein.

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One Response to “Schatzkarte”

  1. Machtin Says:

    Aus nahe liegenden Gründen konnte ich nicht schon am 5.3. den mir zugeworfenen Ball zurückspielen, Norbert. Ich war nämlich auf Schatzsuche. Mit dem Ausdruck Deiner Zeichnung des Schatzkarten-Spürtbots bin ich in Seligenstadt zum Eisen-Winkler gegangen. Es war erstaunlich einfach die benötigten Teile zusammenzustellen. Dem Winkler habe ich die Zeichnung natürlich nicht als Schatzkarte sondern nur als Konstruktionszeichnung gezeigt. (Bin ja nicht blöd). Die Reisevorbereitungen sind kaum der Rede wert. Festes Schuhwerk und Stopfengewehr gehören sowieso zu meiner Alltagsausstattung und der Abschied von Frau und Kindern war rasch genommen.
    Die Reise war turbulent, wie bei solchen Anlässen nicht anders zu erwarten, aber schließlich erreichte ich mein Ziel, was bei Schatzsuchen nicht unbedingt ein voraussehbares Ergebnis ist. Die Schatzkarte war auf ihre Weise dabei sehr hilfreich, auch wenn ich zunächst nicht eindeutig wusste wo Oben, Unten, Norden, Süden, Osten oder Westen waren. Offensichtlich eine Eigenart der Zeichnung, die bereits beim Bau des Spürbots viel Zeit gekostet hat. Ohne zuviel zu verraten (ich bin ja nicht blöd) kann ich doch soviel sagen: die Tücke liegt in der scheinbaren Offensichtlichkeit der Selbstreferenzialität des gezeichneten Systems. Wie ich darauf kam? Ganz einfach. Am Einsatzort angekommen, versicherte ich mich durch einen vorsichtigen Blick in den Taschenspiegel, daß mir niemand gefolgt war. Es zeigte sich, daß meine Vorsichtsmaßnahmen, auf der Reise größere Strecken rückwärts zu gehen und in unregelmäßigen Abständen die Stiefel zu vertauschen sowie das konsequente Verwenden von falschen Namen in meinen Selbstgesprächen, nach und nach Erfolgt gezeigt hatte. Ich war allein. Zunächst hatte ich einigen Ärger mit meinem Spür-Bot, da ich nicht sicher wuste in welcher Ausrichtung er eingesetzt werden mußte. So verwendete ich ihn nacheinander in Längsrichtung, in umgekehrter Richtung und quer. Ein ähnliches Problem hatte ich beim Lesen der Karte zu bewältigen. Auch sie verwendete ich geduldig in Längsrichtung, in umgekehrter Richtung und quer. Rechnerisch ergeben sich aus der kombinierten Handhabung der beiden Hilfsmittel neun unterschiedliche Verfahren, die ich alle ruhig und geduldig durcharbeitete. Als ich, trotz meines gewissenhaften Vorgehens, kein Schatz fand, kam es (wie in jeder Schatzsuchergeschichte) zu dem Zustand resignierenden Niedersitzens und Vorsichhinglotzens. Da, auf einmal, beim dumpfen Anstarren der zerknitterten und schweißverschmierten Zeichnung, wurde es mir klar.”Die Zeichnung führt zu Nichts”. Die Lösung war verblüffend einfach und passte so ganz zu Norbert. Das mir das nicht gleich gekommen war!?
    Ich mußte nur die Linien der Zeichnung, die nach Unten ins Nichts führen weiter verfolgen um präziese die Stelle zu finden an der sich der Schatz befand. Auch die Anwendbarkeit des Spürbots wurde auf diese Weise verständlich. Ich mußte schmunzeln, als mir klar wurde daß das Gerät wesentliche Ausstattungsmerkmale ohne mein willentliches Zutun besaß, ja bereits vor seiner materiellen Konstruktion immer besessen hatte. Die Selbstreferenzialität war also nicht in den Strichen der Zeichnung sondern in dem zu suchen, was NICHT Strich war. “Rien de rien” sang schon Edith Piaf. Was soll ich sagen? Die Auffindung des Schatzes bei sachgerechter Anwendung des Spürbots und richtiger Deutung des Plans, war nun ein Kinderspiel. Erschöpft aber glücklich durchwühlte ich den Schatz und lange noch waren an diesem Abend die frohen Juchtzer meines Freudenfestes zu hören. Ein Teil des Schatzes habe ich anderen Tags zu mir genommen, den größeren Teil aber habe ich mit samt der Zeichnung und dem Spürbot an Ort und Stelle verborgen. Die Heimreise verlief ohne Komplikationen auch verzichtete ich auf aufwändigere Täuschungsmanöver. Frau und Kinder sind nun froh mich wieder unterm Dach zu haben und so leben wir nun glücklich und zufrieden bis ans Ende unserer Tage (wir sind ja nicht blöd!)
    Achso: wer wissen will, aus was der Schatz genau bestand, der komm’ mal rüber, dann teile ich mit ihm.

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