NOBT  
Gitarristen II  
Gitarristen II

Introvertierte Gitarrenexzentriker

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One Response to “Gitarristen II”

  1. arno Says:

    Nach dem verheerenden Echo auf meinen gestrigen Kommentar bin ich doch sehr froh, dass NOBT am Verstärker geblieben ist. Wie nicht anders zu erwarten, wurde doch sehr die Naivität kritisiert, mit der den chinesischen Weg darstellen zu müssen ich gemeint hätte, so ein wenig spiritistisch und spätmaoistisch verhaucht, wo doch jedem feisten Prasser inzwischen klar sein müsse, dass unter der süßsauren 7-Kostbarkeiten-Romantik ein mit Mondamin verschmierter Lohn-Vietnamese sich verberge. Und der Lohn-Vietnamese wiederum nur ein verkappter FES-Kollege sei, früher sagte man “Müllmann” dazu, ohne sich was dabei zu denken, der abends im “Goldenen Lotus” Sauerbraten zubereite, was der Prekariats-Tanzgruppe dann als “Karpfen der zwei Teiche” serviert werde! Damit sei jetzt Schluss, morgen gebe es einen Wahnstreik, dann könne ich ja gucken, wie ich zur Arbeit komme. Soweit die Welt.
    Was sagt aber nun der Künstler? Der Künstler introvertiert. Ja da haben wir den Salat! Jetzt hat er sich mal vorgewagt, hat mal in einer Transgression die ästhetische Vision, die produktive Überwindung des in Aspik wackelnden Solipsisten nur mal so, ja fast mit offenen Augen träumend hingepinselt und schon kommt alle Welt und sagt: Was machstn da? Willz dich beim Chinesen
    ranschmeißen? Mann, Mann!
    Zunächst einmal : was darf NOBT?
    NOBT darf alles!
    Dann: er ist ja nicht zum einzelnen Exzentriker zurückgekehrt. Es sind immerhin wieder mal viele, aufsteigende, grün unterlegte.
    Ich erinnere mich und viele meiner Altersgenossen mögen es auch tun: es gab in den 70er Jahren so total “muksche” Gitarrenbubis, die in abgedunkelten Männer-WG-Zimmern stundenlang und zwar meistens beginnend um 23 Uhr irgendwelche jaulenden, kreischenden, von Rückkopplungen heulenden, jedenfalls endlosen Soli zum Besten gaben, –Luftgitarristen vor Erfindung derselben–, große Seelenpein drang da durch die Wände. Ein mildes Irresein, das die ganze Zeit vor sich hingemümmelt hatte, brach sich nun in monströsen Wawas Bahn, je nach Stellung des Solisten drangen die Mitbewohner in seine Kemenate ein und schmissen ihn raus oder den Verstärker oder sie schwiegen sich an und sagten: “Der Roland hat wieder mal den Blues!”
    Zurück zum Bild: Grüne Teppichfetzen vor blauen Hintergrund–realpolitische Erdung, meinetwegen auch in ritueller Alibi-Politik, vor der unendlichen Traurigkeit des Blues-Barden– aber wieder und das macht mich glücklich: in serieller Fertigung. Ein gelassenes, verschmitztes Selbst-Zitat.
    Also vielleicht ein Schritt zurück, ja okay, – aber eben nur einer, eine kleine Introversion nach dem großen von gestern.
    Marinetti? was soll das denn jetzt schon wieder?
    Wie dem auch immer sei- hier geht was ab!

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