NOBT  
Die Dame auf dem Dach  
Die Dame auf dem Dach

Sie lag vor dem Dachfenster.
Hatte wohl in der Nacht auf das Trockengestell vor ihrem Gaubenfenster eine Matraze geschoben – eine kleine Matraze, 80 x 60 cm – und zum Schluss sich selbst.

Nun wurde sie wach. Eine angenehme Position, fand sie.
Lächeln auf ihrem Gesicht, Abglanz einer ruhigen Selbstgewissheit.

Ja es war schön, so weit draußen zu sein,
Sich so weit aus dem Fenster zu hängen
Und doch sanft gebettet durch die Matraze, auf der sie lag.
Embryonal gekrümmt. Erst Geborene.

Langsam rekelte sie sich frei und rutschte eine kleines Stückchen zurück zum Fenster.
Anscheinend wollte sie zurück in ihre Wohnung.
Die Matraze schwankte und kippte.

Blitzartig rutschte sie wieder zurück.
Auf die äußere Kante.
Die Matraze kam wieder ins Lot.

Blöde Geschichte.
Lag sie dort oben in einer gesicherten Position, konnte aber nicht zurück.

Und vorwärts? In die Tiefe ging es ja wohl auch nicht.

Arno Fischer

Stichwörter: , , , , ,



Ihr Kommentar