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	<title>Kommentare zu: Water-Boarding</title>
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	<description>NOBT.DE - Die tägliche Zeichnung</description>
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		<title>Von: arno</title>
		<link>http://www.nobt.de/zeichnungen/20080123/waterboarding/comment-page-1/#comment-61</link>
		<dc:creator>arno</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Jan 2008 14:02:51 +0000</pubDate>
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		<description>Nun ja der Einlauf. Irgendwann musste er ja mal kommen. Obwohl er meist in zellhafter -&quot;monadischer&quot;- Einsamkeit durchgeführt wird - durchaus zu empfehlen bei kommender Grippe, er reinigt den Darm von Erkältungsviren, die sich in seinen Wänden eingenistet haben - im Ancien Regime hat es eine regelrechte Einlaufkultur gegeben--aber das interessiert keinen Menschen mehr -, wesentlich spannender ist doch das Duo, also die liegende Figur, auch hier christliche Motive, statt Stigmata Fesseln, hier wird mit der Zeit gegangen,- und der Wasser Scheißende, überhaupt die Tatsache, dass hier mit Wasser geschissen wird. Der eine auf den anderen. Pfui. Aber - hier scheisst nicht einer auf den anderen--übrigens relativ geschlechtslose Gestalten, es scheint sich nicht unbedingt um ein fehlgeleitetes Tun zum Zwecke der erotischen Gewinnerzielung zu handeln-- nein es handelt sich um eine aquatische Entladung. Mancher bläst durch den Mund zum Beispiel in eine Tuba, ist ganz dem Element Luft hingegeben, mancher trompetet mit seinem Anus, ein umgedrehter Wal, seht da bläst er! Er entlädt sich in einer depressiven Fontäne, nicht zum Himmel, sondern nach unten, zur Hölle, zu seinem Du. Vom Anus zum Animus, wie der Philosoph sagt.Oder: die Hölle, das ist der andere. Wie wunderbar, die Entäußerung als Bersten des Inneren, wes das Herz voll ist, dem geht die Hose über. (Überhaupt das Motiv des See-Jungmannes schon gestern, der beinlose, zweigeteilte Wassermann. Delphin-Gott. Hermes Trismegistos, Andeutung von Zweigeschlechtlichkeit, zumindest aber Überschreitung.) Andererseits: man könnte denken, was ich da wieder reininterpretiere, meine Güte, der Künstler hatte halt eine Kolik, zuviel getrunken, Entäußerungskater, keine große Sache. Kann natürlich sein. Manchmal wenn ich morgens so in der U-Bahn sitze und die stumpfen Gesichter betrachte, bin ich schon ganz froh für eine Andeutung von Gefühl in der Mimik, sei es auch nur eine Hauch von Tragik oder Melancholie, vielleicht eine Verschattung oder Verdüsterung, ein leichtes Zucken des Gesichts lässt mich dann aber wiederum vermuten, dass es sich um eine Kolik oder ganz profan um Stuhldrang handelt. Ist natürlich auch unangenehm. Aber nicht tragisch. Was ist nun mit der unteren Figur. Wenn es für die obere eine aquatische Enladung ist, dann ist es für sie ein Machtverhältnis. Sie leidet, sie ist die Beschissene, auch wenn es Wasser ist. Gibt es für sie etwas Tröstliches? Vielleicht dass ihre Füße sich in einer Aufwärtsbewegung nach oben drehen, so dass vorstellbar wäre, dass beide in einem Höllensturz gemeinsam ins Bodenlose taumeln. What goes up must come down, spinning wheel all around. Ist ja kein ganz angenehmer Kerl, der obere, mit seinem dicken rechten Arm--phallisch,phallisch--und sein Füßchen steht so, dass man auch denken könnte, er würde mit seiner Buchseite sich dem unteren zuwenden, also keine Entladung durch den Anus, sondern durch die Leibesmitte, ist mir aber zu fromm. Außerdem Entladung ist Entladung. Egal: Ego te absolvo!

Franz Xaver Mayr</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Nun ja der Einlauf. Irgendwann musste er ja mal kommen. Obwohl er meist in zellhafter -&#8221;monadischer&#8221;- Einsamkeit durchgeführt wird &#8211; durchaus zu empfehlen bei kommender Grippe, er reinigt den Darm von Erkältungsviren, die sich in seinen Wänden eingenistet haben &#8211; im Ancien Regime hat es eine regelrechte Einlaufkultur gegeben&#8211;aber das interessiert keinen Menschen mehr -, wesentlich spannender ist doch das Duo, also die liegende Figur, auch hier christliche Motive, statt Stigmata Fesseln, hier wird mit der Zeit gegangen,- und der Wasser Scheißende, überhaupt die Tatsache, dass hier mit Wasser geschissen wird. Der eine auf den anderen. Pfui. Aber &#8211; hier scheisst nicht einer auf den anderen&#8211;übrigens relativ geschlechtslose Gestalten, es scheint sich nicht unbedingt um ein fehlgeleitetes Tun zum Zwecke der erotischen Gewinnerzielung zu handeln&#8211; nein es handelt sich um eine aquatische Entladung. Mancher bläst durch den Mund zum Beispiel in eine Tuba, ist ganz dem Element Luft hingegeben, mancher trompetet mit seinem Anus, ein umgedrehter Wal, seht da bläst er! Er entlädt sich in einer depressiven Fontäne, nicht zum Himmel, sondern nach unten, zur Hölle, zu seinem Du. Vom Anus zum Animus, wie der Philosoph sagt.Oder: die Hölle, das ist der andere. Wie wunderbar, die Entäußerung als Bersten des Inneren, wes das Herz voll ist, dem geht die Hose über. (Überhaupt das Motiv des See-Jungmannes schon gestern, der beinlose, zweigeteilte Wassermann. Delphin-Gott. Hermes Trismegistos, Andeutung von Zweigeschlechtlichkeit, zumindest aber Überschreitung.) Andererseits: man könnte denken, was ich da wieder reininterpretiere, meine Güte, der Künstler hatte halt eine Kolik, zuviel getrunken, Entäußerungskater, keine große Sache. Kann natürlich sein. Manchmal wenn ich morgens so in der U-Bahn sitze und die stumpfen Gesichter betrachte, bin ich schon ganz froh für eine Andeutung von Gefühl in der Mimik, sei es auch nur eine Hauch von Tragik oder Melancholie, vielleicht eine Verschattung oder Verdüsterung, ein leichtes Zucken des Gesichts lässt mich dann aber wiederum vermuten, dass es sich um eine Kolik oder ganz profan um Stuhldrang handelt. Ist natürlich auch unangenehm. Aber nicht tragisch. Was ist nun mit der unteren Figur. Wenn es für die obere eine aquatische Enladung ist, dann ist es für sie ein Machtverhältnis. Sie leidet, sie ist die Beschissene, auch wenn es Wasser ist. Gibt es für sie etwas Tröstliches? Vielleicht dass ihre Füße sich in einer Aufwärtsbewegung nach oben drehen, so dass vorstellbar wäre, dass beide in einem Höllensturz gemeinsam ins Bodenlose taumeln. What goes up must come down, spinning wheel all around. Ist ja kein ganz angenehmer Kerl, der obere, mit seinem dicken rechten Arm&#8211;phallisch,phallisch&#8211;und sein Füßchen steht so, dass man auch denken könnte, er würde mit seiner Buchseite sich dem unteren zuwenden, also keine Entladung durch den Anus, sondern durch die Leibesmitte, ist mir aber zu fromm. Außerdem Entladung ist Entladung. Egal: Ego te absolvo!</p>
<p>Franz Xaver Mayr</p>
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